Es ist kein Geheimnis, dass ich viel in der Autoren-Bubble herumschwirre. Dort ist immer etwas los, ein Missgeschick oder Streit, man möchte manchmal gar sagen „Skandal“ jagt den Nächsten. Die letzten Ereignisse (auch wenn ich nichts näher benennen will, da es eigentlich nicht viel mit dem Geschehen zu tun hat) brachten mich auf diese Frage dieses Beitrags.
Nicht unbedingt, weil ich sie mir selbst stelle, sondern weil ich denke, dass viele Schreiberlinge zu wenig darüber nachdenken oder es sich nicht bewusst sind. Hier also ein paar Erfahrungen und Gedanken von mir dazu.
Aller Anfang…
…ist bei einem selbst, oder nicht? Um es einmal ganz direkt zu sagen: wenn du nicht für dich schreibst (zumindest am Anfang) dann liegt da vermutlich etwas im Argen. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, zum Beispiel wenn man etwas für einen Verwandten oder für eine Ausschreibung schreibt.
Vielmehr meine ich eigentlich, dass niemand für reinen Profit oder gar Berühmtheit schreiben sollte.
Gehen wir wieder zurück zu meinem eigenen Werdegang.
Wie ich in einem anderen Beitrag erwähnt habe, schreibe ich schon etwa zwei Dekaden und in dieser Zeit hat sich mein Schreiben stark verändert.
Das meine ich nicht nur im Sinne der Technik oder Stimme.
Nachdem ich Geschichten immer schon geliebt habe, fiel es mir beinahe zufällig zu, auch schreiben zu wollen. Der Funke war einfach da und ich fing an, ohne mir Gedanken zu machen und das einzig, weil mir etwas Gelesenes nicht gefiel und ich dachte „ich könnte es besser“. Mir wurde schnell klar, dass dies ein Irrtum war und ich eigentlich gar nicht die Geschichte, die ich gelesen hatte, nochmal neu schreiben wollte. Ich wollte meine Eigene schreiben… und damit fing alles an.
Ich hatte immer mal wieder Ideen für Geschichten, die mich interessierten oder Dynamiken, die ich interessant fand. Mal waren sie schön, mal waren sie Tabu oder Wunschdenken. Ich heftete diese Gedanken und Ideen immer neuen Figuren und Welten an.
Das soll heißen: Ich schrieb etwa 27 Geschichten nur für mich.
Ich war zwar nicht der einzige Leser und meine Freunde fangen, die, welche ich ihnen zeigte, sogar ziemlich gut, aber trotzdem waren sie nicht die eigentliche Zielgruppe. Dies ist auch heute noch der hauptsächliche Grund, weshalb ich diese Geschichten nicht veröffentlichen will, selbst wenn ich sie überarbeiten würde. Einige Konzepte sind interessant und marktfähig genug, dass ich vielleicht noch einmal in Zukunft auf sie zurückkomme, doch für den Großteil ist die Schublade ein gemütliches Zuhause.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ich sie nicht veröffentlichen wollte. Ganz im Gegenteil brannte es mir die ersten zehn Jahre ziemlich unter den Fingern. Immer wieder stieß ich auf andere „Jungautoren“, die in meinem Alter schon Bücher veröffentlichten und ich wäre liebend gerne einer davon geworden! Am besten im Gedächtnis geblieben ist mir Christopher Paolini, welcher Eragon mit 15 verfasste.
Kill your Darlings…
In meinem 27. Werk, nennen wir es „BG“, wurde mir klar, dass ich auch dieses nicht veröffentlichen würde. Das hatte viele Gründe: Zwar bekam ich positives Feedback von Testlesern (von denen einige mich heute noch danach fragen, ob ich das Projekt wieder aufnehme), doch die Struktur war verworren. Ich hatte das Buch „gepantst“, wie bei den meisten anderen Werken zuvor, auch wenn ich immer öfter wusste, wo ich landen wollte und mir öfters überlegte, wie ich dahin käme.
Der Begriff „Pantser“ kommt von der englischen Redewendung „to fly by the seat of one’s pants“, die so viel bedeutet wie: „aus dem Bauch(gefühl) heraus handeln“. Eine alternative Bezeichnung ist discovery writer, also Entdeckungsautor. Gemeint ist also ein Autor, der ohne Plan, aus dem Bauch heraus zu schreiben anfängt, und die Geschichte erst während des Schreibens entdeckt.
Zitat: Die Schreibtechnikerin
Szenen kommen mir noch heute „einfach so“. Ich schreibe sie auf und strukturiere alles, was ich habe, bevor ich anfange ein Manuskript daraus zu entwickeln. Damals war dies jedoch weniger strukturiert. Ich schreib das Manuskript und machte vieles im Nachhinein.
Kurzum: es war viel Chaos.
Ich wusste, dieses würde ich beseitigen müssen, bevor ich es veröffentlichen könnte.
Das Aufräumen selbst war mir nicht zuwider, im Gegenteil.
Von Werk zu Werk hatte ich angefangen mehr und mehr zu planen, doch ich fiel immer wieder in die alten, chaotischen Muster zurück. Theoretisch hätte ich Projekt BG komplett umschreiben können, aber selbst dann sah ich nicht, dass es sich auf dem damaligen Markt durchsetzen würde.
Das Genre war zu sehr in einer Niche gefangen. Auch dieses hatte sich eben „so ergeben“.
Ich wollte dies nicht zu meinem Debüt machen, nur um dann keine Leser zu finden.
Aber weshalb nicht eine meiner anderen 26 Geschichten versuchen? Da gab es durchaus Kandidaten, die gut im Markt angekommen wären (davon bin ich heute noch überzeugt). Das Problem hier war, dass ich wusste, dass die Qualität dort deutlich schlechter war und das in allen Bereichen.
Der Grund, weshalb ich als Teenager nicht versucht habe meine Werke bei Verlagen unterzubringen war, dass ich wusste, dass ich nicht bereit war. Als Leser konnte ich es auch oft „spüren“ wenn Bücher von jungen Autoren geschrieben worden waren und ich wollte nicht das mein Debütwerk ebenso gelesen wird. Und wenn ich Texte von renommierten Autoren ansah und dann meine eigenen Texte, wusste ich, dass ich noch nicht gut genug war.
Dieses Gefühl war manchmal ziemlich verzehrend, gerade als junger Mensch, der eigentlich von sich überzeugt sein will und auch viel Arbeit und Liebe in solche Projekte steckt. Für mich persönlich und meine Lieben habe ich auch in kleinen Auflagen Bücher gedruckt (ich wünschte fast, das hätte ich nicht, weil es durchaus unangenehm ist, sie nun zu lesen, aber es ist auch einiges Gutes in ihnen!)
Projekt BG hatte mir jedoch das Gefühl gegeben, dass ich zwar keinen fertigen Text hatte, der gut genug wäre, doch meine entwickelte Schreibfähigkeit wäre dazu in der Lage einen zu schaffen, wenn ich meinen Arbeitsprozess besser strukturieren würde.

seit ich denken kann, erfinde ich leidenschaftlich gern Geschichten, alle davon im Genre Fantasy. Mal High oder sogar Epic, schreibe ich immer auch Romantik und eine Priese Slice-of-Life in meine Werke. Aktuell arbeite ich an der Buchreihe „Die Chroniken des letzten Reiches“.

